Unser Erbe
Hauptkirche (16.-18. Jh.)
Diese Kirche, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erbaut wurde, steht auf den Überresten der alten Aljama-Moschee am Fuße der Festungsanlage Alcazaba und spiegelt in ihren Mauern die komplexe Geschichte der Stadt und ihre aufeinanderfolgenden Veränderungen wider.
Nach der Eroberung durch die Katholischen Könige und ihrer anschließenden Weihe als christliche Kirche begannen erst 1529 die ersten größeren Bauarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Gebäude im gotischen Stil entworfen. Ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1531 zerstörte jedoch einen Großteil des Baus, nur der Chorraum und die Spitzbogenkapellen blieben verschont.
Der Wiederaufbau wurde dem renommierten Architekten Alonso de Covarrubias anvertraut, der einen neuen Tempel im Renaissancestil mit drei Schiffen, einer Chorumgang und eleganten Kreuzgewölben entwarf. Im Inneren sticht die große Kapelle der Familie Araoz mit einem großen Hauptbogen hervor, der ein prächtiges Beispiel für die platereske Dekoration darstellt, nach Entwürfen von Diego de Siloé und ausgeführt von Rodrigo de Gibaja. Im Jahr 1625 wurden die Sakristei und der Kapitelsaal fertiggestellt, die an den Chor angebaut und von einer Galerie mit Rundbögen gekrönt sind. Im Inneren sind wertvolle Holzdecken erhalten geblieben, während die Fassade mit einem schönen Gitter im Stil der Renaissance verziert ist.
Ein neues Erdbeben im Jahr 1755 machte erneut Eingriffe am Gebäude erforderlich. Infolgedessen wurde 1764 der Turm wieder aufgebaut, wobei die ersten drei Stockwerke verstärkt und zwei weitere mit achteckigem Grundriss hinzugefügt wurden, in denen heute die Glocken untergebracht sind.
Die Kirche hat drei Eingänge: das wunderschöne Hauptportal, das Diego de Siloé zugeschrieben wird, eine zweite Tür in Form eines Bildstocks und einen schlichten Eingang am Fuße des Gebäudes neben dem Turm mit einem prächtigen Glockengiebel im Stil des 18. Jahrhunderts. Bis zum 19. Jahrhundert hatte diese Kirche den Rang einer Stiftskirche und Konkathedrale, was ihre religiöse und kulturelle Bedeutung unterstreicht.